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Abschied von einer »immer
einladenden Gemeinde« Pfarrer Jochen Amarell
verlässt nach 17 Jahren Erlenbach Zum Schluss flossen die Tränen: Mit schwerem Herzen nahmen die Evangelisch-Lutherische Gemeinde Erlenbach und viele Freunde Abschied von ihrem Pfarrer Jochen Amarell und seiner Familie.
In einem musikalisch reichen Gottesdienst und hinterher bei der Feier in der Frankenhalle wurde Rückblick auf die 17 Jahre gehalten, in denen der sympathische, offene Pfarrer in der Gemeinde gewirkt hat. In wenigen Tagen wird der Umzugswagen vor der Tür stehen, der das Ehepaar Jochen und Christiane Amarell mit ihrem 15-jährigen Sohn Silas in die neue Gemeinde in Trogen bei Hof (Oberfranken) bringen wird. Die drei älteren Töchter haben zur Ausbildung bereits das Haus verlassen. Doch der Abschied fällt allen nicht leicht. Amarell würdigte in seiner Predigt die Zeit in Erlenbach: »Das Große lag oft im Kleinen.« Besuche, Hauskreise und persönliche Beziehungen hätten auch ihm Kraft und Glaubensstärke gegeben. Darüber hinaus sind für den Dekanats-Beauftragten für Missionarische Dienste die Jugendwochen mit dem Team iThemba aus Südafrika immer wieder »Highlights« des Gemeindelebens gewesen. Als »schwierige Zeit« beschreibt er in seinem Rückblick im Kirchenboten die »Umgemeindung der Wörther Evangelischen nach Klingenberg«, die zusammen jetzt eine eigenständige Gemeinde bilden. »Ich bin dankbar für alle, die diese Spannungen mitgetragen haben und alles zu einem guten Ende führten.« Zurück ans Mainviereck Der Pfarrer und seine Frau sind Kinder der Region. Sie stammt aus Wertheim, er wurde 1960 dort geboren und wuchs in Kreuzwertheim auf. Nach dem Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium Wertheim studierte er Evangelische Theologie in Tübingen. Hier wurde Salome, die erste Tochter des Ehepaars, geboren. 1986 trat er das Vikariat im Dekanat Münchberg in Oberfranken an, wo die zweite Tochter Magdalena zur Welt kam. Nach zwei Jahren kehrte er ins Mainviereck zurück. Seine erste Anstellung als Pfarrer erhielt er im Pfarrvikariat Klingenberg, das damals noch zur Pfarrei Erlenbach gehörte und nur mit Pfarrern in den ersten Dienstjahren besetzt wurde. Zweieinhalb Jahre später übernahm er die Stelle im benachbarten Erlenbach, wohin die Familie mit den drei Töchtern - in Klingenberg kam noch Damaris dazu - übersiedelte. Damit war die Kontinuität in den beiden eng miteinander verbundenen Gemeinden gewahrt. Zeit für einen Aufbruch »Ich habe Erlenbach immer als eine einladende Gemeinde erlebt«, sagte der Pfarrer in seiner Predigt. »Offene Ohren und offene Herzen« würden sich hier einbringen. Er verbindet auch die Geburt seines Sohnes Silas mit dieser Zeit. »Wir haben als Familie hier eine Heimat gefunden«, resümierte er mit leichter Wehmut. Für seine Familie sei jetzt aber »die Zeit für einen Aufbruch gekommen«. Gute Wünsche flocht Dekan Volkmar Gregori in seine Verabschiedung. Nach dem Gottesdienst, der durch den Kirchenchor Obernburg-Erlenbach unter der Leitung von Rudolf Sosnowsky, das Blechbläserensemble Untermain unter der Leitung von Judith von Kietzell und den Moya-Chor mit Dirigent Roland Jakob sehr kurzweilig gestaltet war, lud der Kirchenvorstand zu einer Feier ins Foyer der Frankenhalle, wo persönliche und bewegte Abschiedsworte von Vertretern der Politik und der Ökumene gewählt wurden. Hier wurde besonders Ehefrau Christiane Amarell gewürdigt, die als gelernte Erzieherin in den letzten Jahren bei der Betreuung von Kleinkindern in Räumen der Gemeinde engagiert war und sich in die Paar-Seelsorge einbrachte. Unter Federführung von Jürgen Manfred Büchau und Vertrauensfrau Sigrid Unkelbach war reichlich Essen und Trinken für die große Anzahl an mitfeiernden Besuchern organisiert worden. »Die Herzen erobert« Laut Erlenbachs Bürgermeister Michael Berninger hat der evangelische Pfarrer »die Herzen der Bürger erobert«. Gute Wünsche, er werde das auch in Oberfranken tun, blieben nicht aus. Ein Stück Heimat wurde ihm noch auf den Weg gegeben: Sowohl die Klingenberger als auch die Erlenbacher Gemeinde schenkten der Familie einen Rebstock - allen Vorurteilen gegenüber dem kühlen Oberfranken zum Trotz. Artikel aus Main-Echo vom 24.7. 2007
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