»Ich bleibe euer Orgelpfarrer«
Gottesdienst und Feierstunde für Anton Wegstein
in Erlenbach - Zum Ehrenbürger ernannt
Die Ehrenbürger
Die Bürgermedaillienträger
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Einen bewegenden Abschied hat die Stadt Erlenbach dem scheidenden Pfarrer Anton Wegstein am Sonntag bereitet. Schon am Vormittag war von der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul ein Gottesdienst zu seinen Ehren veranstaltet worden. Am Nachmittag lud die Stadt in die Frankenhalle zum Empfang, der musikalisch und mit Dankesreden umrahmt wurde. Völlig überrascht wurde der Geistliche von der Verleihung der Ehrenbürgerwürde, die letztmals vor 20 Jahren vergeben worden war. »Mir fehlen fast die Worte«, kommentierte Anton Wegstein die hohe Auszeichnung. »Unsere Gedanken werden uns verbinden«, so eine Zeile des Textes aus dem Lied ?Irischer Segen?, den die Chorvereinigung zur Einleitung der Feierstunde gesungen hatte. Diese Aussage war kennzeichnend für die Wertschätzung, die Pfarrer Wegstein in allen Abschiedsworten zuteil wurde. In seiner Laudatio hob Kirchenpfleger Rudi Großmann die Verdienste des scheidenden Pfarrers hervor, der 38 Jahre lang in der Kirchengemeinde St. Peter und Paul gewirkt. Nach dem Tod von Monsignore Erwin Happ 1998 betreute er noch die Katholiken in Mechenhard und Streit mit.
"So ein vertrautes
Gesicht ist auch ein Stück Heimat." Er habe sich nicht nur als engagierter Pfarrer betätigt, dem im Dienst am Altar die richtige Einstellung und die entsprechende Würde wichtig gewesen sei, meinte Großmann. Anton Wegstein habe sich auch als geselliger Mensch mit Humor erwiesen und sich am gesellschaftlichen Leben der Stadt Erlenbach beteiligt. Eine Herzensangelegenheit sei ihm gewesen, Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten und sie für den christlichen Glauben zu begeistern. Das persönliche seelsorgerische Gespräch sei ihm wichtig gewesen und es sei ihm gelungen, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Gläubigen Rechnung zu tragen.
Besondere Verdienste hat sich der scheidende Pfarrer nach Großmanns Worten beim Neubau und der Ausgestaltung der Pfarrkirche St. Peter und Paul erworben. Weit über Erlenbach hinaus strahlten die Konzertreihen an der Albiez-Orgel, die einen überregional bedeutenden Beitrag zur Kirchenmusik darstellten. Weiterhin habe sich Anton Wegstein für die Weltkirche stark gemacht und die Missionare unterstützt. Während seiner 38-jährigen Tätigkeit in Erlenbach sei er ein Pfarrer gewesen, der sich für ein harmonisches Miteinander eingesetzt habe. In den Dank für den Geistlichen schloss Rudi Großmann auch Johanna Busse ein, die Pfarrer Wegstein seit 1986 als Haushälterin begleitet hatte und die nun ebenfalls die Kirchengemeinde verlässt. Als Abschiedsgeschenk übergab der Kirchenpfleger ein Aquarell der Pfarrkirche St. Josef, gemalt von dem Aschaffenburger Künstler Gunter Ullrich und einen Reisgutschein an Pfarrer Wegstein. Für die Pflanzen- und Blumenliebhaberin Johanna Busse gab es zwei prächtige Topfpflanzen. Bürgermeister Michael Berninger stellte fest, dass Pfarrer Wegstein »eine historische Person für Erlenbach ist«. Er sei der 50. Pfarrer der Stadt, seine Amtszeit sei die längste seit 200 Jahren. »So ein vertrautes Gesicht ist auch ein Stück Heimat«, meinte der Bürgermeister und fügte hinzu: »Sie können hingehen, wo sie wollen, sie bleiben immer ein Erlenbacher.« In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Anton Wegstein die höchste Auszeichnung der Stadt, die Ehrenbürgerwürde. Mit anhaltendem Applaus der Besucher in der nahezu voll besetzten Frankenhalle wurde die Verleihung begleitet.
Humorig und in Erlenbacher Mundart gestaltete Elke Ebert vom katholischen Frauenbund ihre Abschiedsrede. Sie überreichte dem Geistlichen einen Strohhut, der für Wegsteins Geselligkeit stehen soll und eine Verbindung zu einem Witz herstellt, den der Geistliche zur Freude der Frauenbund-Frauen im Lauf der Jahre immer wieder erzählt hatte. Für den gemischten Chor bedankte sich Berthold Erhardt bei dem scheidenden Pfarrer. Stehende Ovationen» Ein Abschied ist immer auch ein wenig mit Trauer verbunden«, meinte Anton Wegstein zum Abschluss und dankte allen, die ihn während der vier Jahrzehnte in Erlenbach begleitet und unterstützt hatten. Es gelang ihm, diese Trauer zu vertreiben, in dem er eine zum Schmunzeln anregende Analyse zitierte, was letztlich von einem Pfarrer in Erinnerung bleibt. Oft seien es nur Ereignisse oder besondere Eigenschaften, die in den Köpfen haften blieben. »Ich hoffe für mich, dass ich als Orgelpfarrer in Erinnerung bleiben werde«, stellte er fest - und »drohte«: »Ihr werdet mich vielleicht noch öfter zu sehen bekommen, als ihr euch wünscht.« Stehende Ovationen gaben zum Ausdruck, dass er in Erlenbach immer gerne gesehen ist.
Der musikalische Rahmen wurde von der Chorvereinigung,
dem gemischten Chor
und der Sing-Out-Group gestaltet. Die Jungen und Mädchen der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) zeigten einen Film, der liebevoll und witzig ihre Beziehung zu Pfarrer Wegstein Artikel aus Main-Echo vom 28.10.2008
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