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»Große Klappe und das
Herz oft auf der Zunge« 36 Jahre Schuldienst und davon 24 Jahre als Rektor der Barbarossa-Hauptschule, das war es Wegbegleitern, Kollegium und Schülern wert, ein knapp dreistündiges Programm für dessen Abschied auf die Beine zu stellen. Helmut Monert wird im kommenden Schuljahr sein Pensioniärsdasein pflegen. Aus diesem Anlass wurden ihm nicht nur rote Rosen, viel Musik, kreative Beiträge und anerkennende Worte geschenkt, sondern auch eine gehörige Portion Zuneigung, die sich besonders in den Beiträgen der Schüler ausdrückte.
(Foto: Ruth Weitz) Ein Rektor muss sein wie eine Eier legende Wollmilchsau. Klaus Kolb, Schulamtsdirektor. Der scheidende Rektor sei nicht gerade ein Typ der leisen Sorte, bemerkte Schulamtsdirektor Klaus Kolb. Im Schulamt sei Monerts Wirken meist peripher, aber um so wirkungsvoller wahr genommen worden. »Ein Rektor muss sein wie eine Eier legende Wollmilchsau«, umschrieb Kolb die Fähigkeiten eines Schulleiters. Monert habe diese Voraussetzung erfüllt, »bollernd«, aber immer mit höchster Loyalität für Vorgesetzte und Kollegen, habe er etwas für die Schule erreicht. »Knallharter Hund, aber gerecht«»Gut war?s,« stellte Bürgermeister Michael Berninger fest und bedankte sich bei Monert für ein Vierteljahrhundert Tätigkeit als Rektor. Er sei ein Kämpfer für die Hauptschule und habe sich intensiv für den Schulstandort Erlenbach eingesetzt. Im Stadtrat, dem er seit 36 Jahren angehöre, werde er dies sicher weiter tun. »Ein knallharter Hund, aber gerecht«, zitierte Röllbachs Bürgermeister Rudi Schreck die Meinung seiner jüngeren Brüder, die den Schulleiter als Lehrer erlebt hatten. Seit 30 Jahren nun besuchten Schüler aus Röllbach die Barbarossa-Hauptschule in Erlenbach. Dem Rektor bescheinigte er, dass er die Einrichtung nicht nur verwaltet, sondern maßgeblich gestaltet hatte. Innovativ, flexibel und immer mit gutem Beispiel voran gehend, diese Attribute wählte Konrektor Uli Wohlmuth als herausstechende Eigenschaften seines Chefs. Langweilig werde es ihm im Ruhestand sicher nicht, da er viele Interessen und Hobbys habe. Für Monerts sportliche Vorliebe, das Tennisspielen, überreichte er ihm namens des Kollegiums einen Barbarossa-Gedächtnisschläger. Mit Zepter und Reichsapfel Geschenke gab es reichlich wie ein von Angelika Speth formuliertes Gedicht und ein Gutschein des Elternbeirats, ein fetziges Lied des Kollegiums, ein Gebet von Rosa Schork, rote Rosen von den Schülern, eine Porträtzeichnung von den Schülervertretern und flüssige Nahrung von den Honoratioren. Einen besonderen Clou hatten sich die Schüler der Praxisklasse einfallen lassen. Sie hatten einen Königsthron gebastelt, auf dem Monert während der Abschiedsfeier Platz nahm und mit Zepter und Reichsapfel ausgestattet das Geschehen beobachtete. Kinder sind wie Flammen, die entfacht werden wollen. Helmut Monert, Hauptschulrektor i.R. Keineswegs »bollernd«, sondern launig, von Selbsterkenntnis geprägt und zuweilen philosophisch war Monerts Abschiedsrede. »Es ist mir ein Bedürfnis, Danke zu sagen«, so der Schulleiter. Habe er jemanden gekränkt, so bitte er jetzt um Nachsicht und Verzeihung. »Sie wissen alle, der Monert hat eine große Klappe und das Herz oft auf der Zunge«. Er wies auf die gesellschaftlichen Veränderungen hin, die besondere Anforderungen an die Schule stellen. Das Kind müsse noch mehr in das Zentrum des Unterrichts gestellt werden, Schule müsse ein Ort des Wohlfühlens, der Geborgenheit und des inneren Friedens sein. »Kinder sind keine Fässer, die gefüllt werden wollen, sondern Flammen, die entfacht werden sollen«, sagte er. An seinen Nachfolger Uli Wohlmuth überreichte er einen Überlebensrucksack und verabschiedete sich mit »Lebt wohl und auf Wiedersehen!« Artikel aus Main-Echo vom 1.8.2008
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