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Bildung
»Schlüsselressource Nummer eins«
Reden gibt es bei einem Jubiläum immer - die gab es auch, als am Dienstagabend die Volkshochschule (VHS) Erlenbach in der Frankenhalle ihren 50. Geburtstag feierte.
Mal festliche, mal schwungvolle Musik spielte das Trompeten-Ensemble der Musikschule - Katharina Bernhard, Christian Schmitz, Marcel Greco und Martin Graner - und bewies, Händels »Wassermusik« passt verblüffend gut zu dem »When I?m Sixty Four« der Beatles.
Einige Festredner statteten den Verantwortlichen der VHS ihren Dank ab. Bürgermeister Michael Berninger lobte die Initiatoren des Jahres 1958: »Geld war da, Wissensdurst war da, Nachfrage war da.« Er ging auf berufliche Bildung und auf Bildung als Selbstfindung ein. Die VHS bezeichnete er als wichtigen Bestandteil des Erlenbacher Stadtentwicklungsplanes mit dem zentralen Ziel, die Lebensqualität in der Stadt noch weiter zu verbessern.
Landrat Roland Schwing wies auf die Bedeutung von lebenslangem Lernen hin.
MdL Berthold Rüth weckte Hoffnungen, indem er das im Entstehen begriffene neue Erwachsenenbildungsförderungsgesetz erwähnte.
Der Leiter der VHS, Herbert Weber, ließ die 50 Jahre komprimiert Revue passieren, hob die Bedeutung der Studienreisen hervor und betonte, dass zuletzt Obernburg 2003 der Zweckvereinbarung der VHS Erlenbach mit umliegenden Ortschaften beigetreten sei. Sein optimistisches Fazit: »Erwachsenenbildung ist die Schlüsselressource Nummer eins!« Genialer Rückwärtssprecher
Und dann gab es ein Geburtstagsgeschenk, das man durchaus als programmatisch für die VHS bezeichnen kann: Intelligente Unterhaltung, witzig und kurzweilig, ein Trainingsprogramm für Hirn und Körper, das die zahlreichen Zuschauer begeisterte. Auf der Bühne: die vier Akteure des Think Theatre aus Hamburg, seit Jahren ein »Renner«, wenn große Unternehmen etwas zu feiern haben und ihre Angestellten bei Laune halten und zum Staunen bringen wollen.
Bernhard Wolff, der geniale Rückwärtssprecher, präsentierte zunächst verblüfften Besuchern, was dabei herausgekommen war, als sie im Foyer ihren Kopf in die »Brain Machine« gesteckt hatten, während Felix Gaudo, der locker in Sat-1-Comedy-Shows auftreten könnte, planmäßig mit Sekt einen Laptop lynchte.
Andy Häussler bewies, wie kurzweilig Rechnen sein kann - jedenfalls dann, wenn man es schafft, in Bruchteilen von Sekunden die dritte oder vierte Wurzel aus sechsstelligen Zahlen zu ziehen, über Jahrzehnte zurück mit traumwandlerischer Sicherheit zu sagen, welcher Wochentag auf ein bestimmtes Datum fiel und wenn man ein magisches Quadrat de luxe scheinbar mühelos so fertig stellen kann, dass die Summe aller möglichen Viererkombinationen genau die gleiche Zahl ergibt - die natürlich wieder das Publikum spontan auf die Bühne gerufen hatte. Am lustigsten ist es für die Zuschauer bei solchen Shows immer dann, wenn die Schadenfreude ins Spiel kommt.
Als Dietmar Kurt als »Opfer« auf die Bühne geholt worden war, um sich dort angeblich sein Hirn herausnehmen zu lassen, war jedenfalls der Beifall riesig - eine Mischung aus Mutmachen für den Kandidaten und Erleichterung darüber, dass es einen nicht selbst erwischt hatte. Animiert zum Gehirn-Jogging
Kai Eckermann bewies im Shirt mit Meister-Proper-Bild, dass in einem gesunden Körper tatsächlich ein gesunder Geist wohnen kann - noch dazu einer, der voller Musikalität und Bewegungstalent steckt.
So mancher Zuschauer dürfte über sich selbst gestaunt haben, als er es tatsächlich schaffte, sich weit mehr als die üblichen sieben Gegenstände ins Kurzzeitgedächtnis zu transportieren, sobald er das Ganze zu einer Geschichte verarbeitete. Spätestens mit 40 Jahren sollte jeder etwas geistige Nahrung zu sich nehmen und Gehirnjogging betreiben, so lautet das Credo des Think Theatre - und so könnte auch das Motto der VHS Erlenbach in den nächsten 50 Jahren lauten. Artikel aus Main-Echo vom 31.10.2008
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