|
Vor allem der Leitsatz
„Familienförderung“ stand in diesem Jahr im Mittelpunkt des städtischen
Handelns und wir sind unserem Ziel, Erlenbach zur Familienstadt weiter
zu entwickeln, ein gutes Stück näher gekommen.
Die Schaffung eines umfassenden
Betreuungsangebotes für Kinder und Schüler stand dabei im Vordergrund.
Der Anbau einer Ganztagesbetreuungs-Einrichtung an der Barbarossa-Schule
ist fast vollendet und wird im Januar 2010 seiner Bestimmung übergeben
werden können, genauso wie der Erweiterungsbau am Kindergarten
Vits-Straße, in dem dann eine Kinderkrippe für Kinder von 1-3 Jahren
untergebracht sein wird. Eine solche Kinderkrippe gibt es bereits seit
dem 1.9.09 im Kindergarten in Mechenhard. Ergänzt wird seit dem gleichen
Tag das städtische Betreuungsangebot um den Schülerhort an der
Dr.-Vits-Schule. Rund 1,6 Millionen Euro hat der Stadtrat insgesamt
investiert, um jungen Familien optimale Betreuungseinrichtungen zur
Verfügung zu stellen.
Aber auch für die Senioren wurde Neues
geschaffen: Ein drittes Projekt „Betreutes Wohnen im Alter“ konnte durch
private Investoren in der Hauptstraße realisiert werden und der
Seniorenbeirat entwickelte weitere Ideen, um den älteren Mitbewohnern
das Leben in Erlenbach angenehmer zu machen. Zusätzliche
Seniorennachmittage in Mechenhard und Streit runden künftig das Angebot
ab.
All dies war nur leistbar, da wir in
diesem Jahr noch auf Finanzreserven aus den guten Jahren 2006-2008
zurückgreifen konnten. Die Wirtschafts- und Finanzkrise des laufenden
Jahres wird sich dann aber in den Einnahmen der kommenden Jahre
widerspiegeln und so wird der eine oder andere Wunsch in der nächsten
Zeit finanziell nicht umsetzbar sein. Selbst wenn wir den Gürtel enger
schnallen müssen, so sind wir doch dankbar, dass vor allem die Firmen im
ICO, unserer alten „Glanzstoff“, die Krise einigermaßen gut überstanden
haben, obwohl es Anfangs des Jahres mehrmals so schien, als sei der ganz
Standort in Gefahr. Die Rettung erfolgte buchstäblich in letzter Sekunde
und wir drücken alle Daumen, dass die wirtschaftliche Entwicklung
weiterhin positiv verläuft.
Davon würde dann auch wieder die Stadt
profitieren, denn unser Leistungsangebot an die Bürger kann nur
aufrechterhalten werden, wenn die „Glanzstoff“ floriert. Selbst
Baumaßnahmen im Bereich der Pflichtaufgaben, wie der Aufbau der
Wassernotversorgung über den Markt Elsenfeld, die Erweiterung des
Hochbehälters in Streit und die notwendigen Investitionen in die
Kanalsanierungen können nicht ohne die Einnahmen aus dem Werk bewältigt
werden.
Der Stadtrat hat deshalb auch
beschlossen, neue Geschäfte auf dem jetzigen Gelände des Turnvereins
anzusiedeln und ein langfristiges Entwicklungskonzept in Angriff zu
nehmen, um auch im Zentrumsbereich um die Bahnstraße die Ansiedlung
weiterer Handelsgeschäfte zu ermöglichen.
Unser Stadtentwicklungsplan bringt in
seiner Präambel klar zum Ausdruck, dass eine Weiterentwicklung der Stadt
nur im gemeinsamen Miteinander von Stadtrat, Stadtverwaltung und den
Bürgern möglich ist. Deshalb ist auch das politische Engagement der
Bürgerinnen und Bürger, die in diesem Jahr zweimal deutlich ihre Stimme
erhoben haben, ein wichtiger Beitrag zur Stadtgestaltung gewesen.
In Streit und Mechenhard wehrten sie sich
gegen die Errichtung dreier Windräder und konnten deren Aufstellung
letztendlich verhindern. An gleicher Stelle wird künftig ein Solarpark
entstehen. Über 900 Mitbürger vor allem in der Siedlung sprachen sich
gegen die mehrheitlich im Stadtrat beschlossene Einrichtung einer
kompletten Tempo-30-Zone für den ganzen Siedlungsbereich aus. Erstmals
in der Geschichte der Stadt wurde hierzu ein formeller „Bürgerantrag“ an
den Stadtrat gestellt. Das Gremium ist zwar nur in Teilbereichen den
Wünschen der Antragsteller gefolgt, aber Demokratie lebt nicht nur vom
Mitmachen, sondern auch vom Kompromiss. Wichtig ist jetzt, dass wieder
Ruhe einkehrt. Wir alle sollten uns auf die tatsächlichen und großen
Probleme konzentrieren und hierfür Lösungen suchen!
Keine Probleme bereitet nach wie vor das
Zusammenleben der mehr als 50 Nationalitäten in unserer Stadt. Lediglich
bei einigen Bevölkerungsgruppen gibt es immer noch Sprachdefizite, an
denen wir gemeinsam arbeiten müssen, um vor allem den Kindern einen
chancenvollen Weg in die Zukunft zu ermöglichen Insgesamt können wir
aber feststellen, dass Integration bei uns nach wie vor kein Schlagwort,
sondern gelebte Selbstverständlichkeit ist. Jeder kann überall
teilnehmen und teilhaben, wenn er denn möchte. Wer nicht am öffentlichen
Leben teilnehmen will, der tut dies aus eigener Entscheidung – und diese
ist zu respektieren.
Getragen wird unser Leben weiterhin von
der tollen Arbeit, die in den Vereinen, Verbänden und Gruppierungen
geleistet wird. Beispielhaft und stellvertretend für alle anderen sei
hier die Initiative MainEhrenamt und das Team des Martinsladens genannt,
die in diesem Jahr ihre Arbeit neu aufgenommen haben. Ihrer aller Arbeit
macht den Unterschied zwischen leben und wohlfühlen! Allen, die dabei
Verantwortung getragen und übernommen haben, sage ich im Namen von
Stadtrat und Stadtverwaltung ein herzliches Dankeschön!
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Im Namen von Stadtrat und
Stadtverwaltung wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest
und einige ruhige Stunden der Entspannung.
In der letzten Ausgabe des Amtsblattes,
die am 30.12.09 erscheinen wird, werde ich Ihnen noch einen kleinen
Ausblick auf die Aufgaben des Jahres 2010 geben. Jetzt schon möchte ich
Sie zu unserem Neujahrsempfang am 6. Januar 2010 um 11 Uhr in der
Frankenhalle einladen.
Genießen wir zusammen das Leben in
unserer Stadt. Aber lassen Sie uns auch gemeinsam daran arbeiten, diesem
Leben noch mehr Wohlfühlcharakter zu geben.
Ihr
Michael Berninger
Erster Bürgermeister
|