Jahresrückblick 2009

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

Morgen, am Heiligen Abend, geht mit dem Epilog des Erlenbacher Christkindes bereits der 6. Erlenbacher Riesenadventskalender zu Ende und die Weihnachtsfeiertage beginnen. Zeit, auf das Jahr 2009 zurück zu blicken, in dem wir alle gemeinsam wieder unser Erlenbach mit den Stadtteilen Mechenhard und Streit ein weiteres Stück vorwärts bringen konnten.

„Einfach Wohlfühlen“ lautet der Slogan im neuen Logo der Stadt Erlenbach, die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität in unserer Heimatstadt ist das oberste Ziel unseres Stadtentwicklungsplanes.

Vor allem der Leitsatz „Familienförderung“ stand in diesem Jahr im Mittelpunkt des städtischen Handelns und wir sind unserem Ziel, Erlenbach zur Familienstadt weiter zu entwickeln, ein gutes Stück näher gekommen.

Die Schaffung eines umfassenden Betreuungsangebotes für Kinder und Schüler stand dabei im Vordergrund. Der Anbau einer Ganztagesbetreuungs-Einrichtung an der Barbarossa-Schule ist fast vollendet und wird im Januar 2010 seiner Bestimmung übergeben werden können, genauso wie der Erweiterungsbau am Kindergarten Vits-Straße, in dem dann eine Kinderkrippe für Kinder von 1-3 Jahren untergebracht sein wird. Eine solche Kinderkrippe gibt es bereits seit dem 1.9.09 im Kindergarten in Mechenhard. Ergänzt wird seit dem gleichen Tag das städtische Betreuungsangebot um den Schülerhort an der Dr.-Vits-Schule. Rund 1,6 Millionen Euro hat der Stadtrat insgesamt investiert, um jungen Familien optimale Betreuungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen.

Aber auch für die Senioren wurde Neues geschaffen: Ein drittes Projekt „Betreutes Wohnen im Alter“ konnte durch private Investoren in der Hauptstraße realisiert werden und der Seniorenbeirat entwickelte weitere Ideen, um den älteren Mitbewohnern das Leben in Erlenbach angenehmer zu machen. Zusätzliche Seniorennachmittage in Mechenhard und Streit runden künftig das Angebot ab.

All dies war nur leistbar, da wir in diesem Jahr noch auf Finanzreserven aus den guten Jahren 2006-2008 zurückgreifen konnten. Die Wirtschafts- und Finanzkrise des laufenden Jahres wird sich dann aber in den Einnahmen der kommenden Jahre widerspiegeln und so wird der eine oder andere Wunsch in der nächsten Zeit finanziell nicht umsetzbar sein. Selbst wenn wir den Gürtel enger schnallen müssen, so sind wir doch dankbar, dass vor allem die Firmen im ICO, unserer alten „Glanzstoff“, die Krise einigermaßen gut überstanden haben, obwohl es Anfangs des Jahres mehrmals so schien, als sei der ganz Standort in Gefahr. Die Rettung erfolgte buchstäblich in letzter Sekunde und wir drücken alle Daumen, dass die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin positiv verläuft.

Davon würde dann auch wieder die Stadt profitieren, denn unser Leistungsangebot an die Bürger kann nur aufrechterhalten werden, wenn die „Glanzstoff“ floriert. Selbst Baumaßnahmen im Bereich der Pflichtaufgaben, wie der Aufbau der Wassernotversorgung über den Markt Elsenfeld, die Erweiterung des Hochbehälters in Streit und die notwendigen Investitionen in die Kanalsanierungen können nicht ohne die Einnahmen aus dem Werk bewältigt werden.

Der Stadtrat hat deshalb auch beschlossen, neue Geschäfte auf dem jetzigen Gelände des Turnvereins anzusiedeln und ein langfristiges Entwicklungskonzept in Angriff zu nehmen, um auch im Zentrumsbereich um die Bahnstraße die Ansiedlung weiterer Handelsgeschäfte zu ermöglichen.

Unser Stadtentwicklungsplan bringt in seiner Präambel klar zum Ausdruck, dass eine Weiterentwicklung der Stadt nur im gemeinsamen Miteinander von Stadtrat, Stadtverwaltung und den Bürgern möglich ist. Deshalb ist auch das politische Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die in diesem Jahr zweimal deutlich ihre Stimme erhoben haben, ein wichtiger Beitrag zur Stadtgestaltung gewesen.

In Streit und Mechenhard wehrten sie sich gegen die Errichtung dreier Windräder und konnten deren Aufstellung letztendlich verhindern. An gleicher Stelle wird künftig ein Solarpark entstehen. Über 900 Mitbürger vor allem in der Siedlung sprachen sich gegen die mehrheitlich im Stadtrat beschlossene Einrichtung einer kompletten Tempo-30-Zone für den ganzen Siedlungsbereich aus. Erstmals in der Geschichte der Stadt wurde hierzu ein formeller „Bürgerantrag“ an den Stadtrat gestellt. Das Gremium ist zwar nur in Teilbereichen den Wünschen der Antragsteller gefolgt, aber Demokratie lebt nicht nur vom Mitmachen, sondern auch vom Kompromiss. Wichtig ist jetzt, dass wieder Ruhe einkehrt. Wir alle sollten uns auf die tatsächlichen und großen Probleme konzentrieren und hierfür Lösungen suchen!

Keine Probleme bereitet nach wie vor das Zusammenleben der mehr als 50 Nationalitäten in unserer Stadt. Lediglich bei einigen Bevölkerungsgruppen gibt es immer noch Sprachdefizite, an denen wir gemeinsam arbeiten müssen, um vor allem den Kindern einen chancenvollen Weg in die Zukunft zu ermöglichen Insgesamt können wir aber feststellen, dass Integration bei uns nach wie vor kein Schlagwort, sondern gelebte Selbstverständlichkeit ist. Jeder kann überall teilnehmen und teilhaben, wenn er denn möchte. Wer nicht am öffentlichen Leben teilnehmen will, der tut dies aus eigener Entscheidung – und diese ist zu respektieren.

Getragen wird unser Leben weiterhin von der tollen Arbeit, die in den Vereinen, Verbänden und Gruppierungen geleistet wird. Beispielhaft und stellvertretend für alle anderen sei hier die Initiative MainEhrenamt und das Team des Martinsladens genannt, die in diesem Jahr ihre Arbeit neu aufgenommen haben. Ihrer aller Arbeit macht den Unterschied zwischen leben und wohlfühlen! Allen, die dabei Verantwortung getragen und übernommen haben, sage ich im Namen von Stadtrat und Stadtverwaltung ein herzliches Dankeschön!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Im Namen von Stadtrat und Stadtverwaltung wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einige ruhige Stunden der Entspannung.

In der letzten Ausgabe des Amtsblattes, die am 30.12.09 erscheinen wird, werde ich Ihnen noch einen kleinen Ausblick auf die Aufgaben des Jahres 2010 geben. Jetzt schon möchte ich Sie zu unserem Neujahrsempfang am 6. Januar 2010 um 11 Uhr in der Frankenhalle einladen.

Genießen wir zusammen das Leben in unserer Stadt. Aber lassen Sie uns auch gemeinsam daran arbeiten, diesem Leben noch mehr Wohlfühlcharakter zu geben.

 

Ihr

 

Michael Berninger
Erster Bürgermeister