Mal klassisch, mal poppig
Altstadtfest: Erlenbacher Musikschüler zeigen ihr Können in
zweistündigem Jahresabschlusskonzert
Zum musikalischen Altstadtfest in Erlenbach, das alle zwei Jahre ausgerichtet wird, legen sich Kollegium und Mitarbeiter der städtischen Musikschule sowie die Mitglieder des Fördervereins schwer ins Zeug, um das Programm mit buntem Leben zu erfüllen. Am Wochenende war das nicht anders. Im lauschigen Hof am Musikschulgebäude waren
Tische und Bänke aufgestellt, und auf der Bühne sorgten verschiedene
Musikgruppen für Kurzweil. Am Sonntagnachmittag wurde in einem
zweistündigen Jahresabschlusskonzert der Leistungsstand der
Musikschüler vermittelt. Dirigent und Conférencier
Musikschulleiter Erich Rachor schwang nicht nur den Dirigentenstab, sondern betätigte sich auch als Conférencier, um die Gruppen vorzustellen und Wissenswertes über die unterschiedlichen Musikstile zu erklären. Populäre Musik stand dabei im Vordergrund, was offensichtlich den Neigungen der Musikschüler entspricht.
Die Klassik kam ebenfalls nicht zu kurz. Insbesondere die Bläsergruppe unter der Leitung der Musikpädagogin Claudia Roth präsentierte mit »Contrasts« ein sehr getragenes und festliches Stück. Dass den Blechbläsern auch fetzige Rhythmen liegen, bewiesen sie bei den Interpretationen von Swing, Ragtime und Samba, bisweilen von einer gut aufgelegten Rhythmusgruppe unterstützt
Frisch und unverkrampft zeigte sich das Vororchester, das unter der Leitung von Doris Völcker eine erstaunliche Leistung bot. Das wurde vom Publikum auch entsprechend honoriert. Denn es gab kräftigen Applaus und die Forderung nach einer Zugabe. Amüsant und kurzweilig waren die Erläuterungen der Musiklehrerin, die für die witzigen Überleitungen zu den Musikstücken sorgte, bei denen sie den Taktstock führte. Getragen wird das Vororchester von einer starken Streichergruppe, unterstützt von Flöten und Klarinetten. Verstärkung erhielten die jungen Nachwuchsmusiker von älteren Musikschülern. Martin Graner am E-Bass, Sarah Kern am Klavier und Felix Graner am Schlagzeug sorgten bei den besonders flotten Stücken für den flankierenden Hintergrund. Funky Punky »Funky Punky«, ein Titel, der die Stilrichtung bereits verrät, umriss auch das Repertoire der Musikschulcombo, die Hans-Peter Kraus unter den Fittichen hat. Am Sonntag übernahm Erich Rachor die Leitung. Der heiße Strahl des Saxofons, entfacht von Christian Beißler und Igor Abramov, unterstrich den »Funky«-Sound. Einen Poptitel hatte sich die Combo zusätzlich ausgesucht, um ihre Vielseitigkeit zu unterstreichen: »Circle of Life« von Elton John. Bevor das Musikschulorchester die Bühne füllte, präsentierte das von Igor Abramov geführte Holzbläserensemble flotte Klarinettenmusik. Die drei Interpreten spielten den atemberaubend schnellen Marsch aus der Kindersuite von Sergei Prokofiew. Damit leiteten sie das fulminante Konzertende ein. Mit einem starken Klangkörper und glänzenden Solisten, wie der Pianist Christian Anhalt, der dem Pop-Concerto für Klavier und Orchester von Daniel Hellbach besondere Ausdruckskraft verlieh, überzeugte das Musikschulorchester unter der Leitung von Doris Völcker. Kurzzeitig wähnte sich das Publikum bei einer royalen Feier, als schwelgend und festlich »Pomp und Circumstances« des englischen Komponisten Edward Elgar erklang. Fetzig und dynamisch wurde es zum Finale bei einem Medley »Best of Abba« und der Filmmusik zu »Star Wars«. Artikel Main Echo 12.07.2011 |