C H U R F R A N K E N S T E I G

Ein Fußpfad mit Klettermöglichkeiten

 

 

 

Hinweis-Tafel

 

Entstehung

Angeleitet vom Calmont-Klettersteig an der Mosel hatte Friedrich Herkert,  Vorsitzender des Weinbauvereins Klingenberg die Idee einen Felssteig durch die Flurabteilung „Felsenröder“ zwischen Klingenberg und Erlenbach anzulegen. Durch einen Landschaftsarchitekten wurde eine Planung erstellt. Die zuständigen Behörden wurden eingeschaltet und nach einigen Verhandlungen deren Zustimmung erreicht.

Trägerschaft

Der Churfrankensteig wurde unter der Trägerschaft der beiden Städte Erlenbach und Klingenberg errichtet. Neben den Rodungs- und Freistellungs-arbeiten, die der Landschaftspflegeverband des Land-kreises Miltenberg durchführte, wurden die eigent-lichen Wegebauarbeiten von ehrenamtlichen Helfern der Weinbauvereine Klingenberg und Erlenbach unter logistischer Unterstützung der beiden Bauhöfe durchgeführt. Die anfallenden Kosten in der Hauptsache die Materialbeschaffung werden von beiden Kommunen je zur Hälfte getragen.

Parkplätze und Zugänge

Von Erlenbach:

Parkplatz am Schwimmbad, Zugang über den mittleren Weinbergsweg in Richtung Klingenberg. Dauer bis zum Einstieg ca. 15 Minuten, Einstieg über Stahlleiter am Ende des befahrbaren Weges

Von Klingenberg:

Parkbuchten entlang der Staatsstraße Klingenberg -Erlenbach, Zugang über den Treppenweg „Unterer Röderspfad“ in Richtung Erlenbach, Dauer bis zum Einstieg ca. 10 Minuten, Einstieg am letzten bergseitigen Weinberg über eine talseitige Treppe.

Wegenetz

Im Bereich der beiden Städte Klingenberg und Erlenbach besteht ein dichtes Netz von Wanderwegen. In unmittelbarer Nähe führt der Fränkische Rotweinwanderweg vorbei. Durch eine entsprechende Beschilderung wird der Churfrankensteig in den Rotweinwanderweg eingebunden.

Wegbeschreibung
(von Klingenberg nach Erlenbach):

Der Churfrankensteig beginnt direkt neben einem Brunnen an der Staatstraße Klingenberg Erlenbach ca. 250 m vom Ortsrand Klingenberg entfernt. Zunächst führt der Steig über eine Treppe ca. 75 m den Hang hinauf. Er befindet sich auf dem historischen „Unteren Röderspfad“. Dort zweigt man in nördlichen Richtung ab. Der Steig führt ohne große Höhendifferenz durch bestehende Weinberge mit herrlichen Blicken auf Klingenberg und in das Maintal. Nach ca. 400 m enden auch bergseits die Weinberge und ein Waldstück (auf ehemaligen Weinbergen) beginnt.

Hier entscheidet der Wanderer, ob er der historischen recht ebenen Trasse des „Unteren Röderspfades“ folgen wird oder talseits über Treppenstufen in den Felsbereich einsteigt. Der leichtere Weg führt unschwierig durch das Waldstück und endet auf Erlenbacher Seite auf dem mittleren Weinbergsweg.

Der schwierigerer Teil beginnt nach den erwähnten Treppenstufen auf einem kleinen Plateau. Zunächst führt der Pfad in südlicher Richtung schräg den Berg hinunter. Dieser Abstieg ist ausgesetzt und durch ein Stahlseil gesichert. Am Ende der Seillänge macht der Pfad eine Kehrtwende wieder Richtung Norden. Unter zum Teil überhängenden Felsen geht es auf schmalem Steig weiter.

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Voraussetzung. Nach ca. 50 m ist der Steig dann nicht mehr so ausgesetzt, sondern ist eher ein Wanderpfad durch lichten Wald der sich an den Felshängen gebildet hat. An mehreren Stellen wurden die Bäume entfernt um so wärme- und lichtliebenden Pflanzen Lebensraum zu bieten. Nach ca. 300 m gelangt man in den Bereich des alten Steinbruchs. Hier wurde der rote Buntsandstein gebrochen der sowohl im Hausbau wie auch bei der Errichtung der Weinbergsmauern verwendet wurde. Mehrere grob zu Bänken geschnittene Baumstämme laden zum Verweilen ein. In diesem Bereich bewegt sich der Pfad ziemlich genau auf der Gemarkungsgrenze Erlenbach (talseits) und Klingenberg (bergseits). Nach dem Steinbruch geht es leicht bergauf. Über eine kleine Brücke gelangt man auf eine unbewirtschafteten Weinbergsfläche. Eine Leiter führt dann auf den mittleren Erlenbacher Weinbergsweg. Diesem Weg in nördlicher Richtung folgend gelangt man zum Parkplatz am Erlenbacher Schwimmbad. Oder man wandert in südlicher Richtung auf dem „Unteren Röderspfad wieder zurück nach Klingenberg.

Klettern

Der Churfrankensteig beinhaltet auch zwei Kletterpassagen. Im Bereich des alten Steinbruchs wurde eine Klettermöglichkeit entlang eines Felsbandes in horizontaler Ausrichtung geschaffen. Ein- und Ausstieg sind leicht zu erreichen. Unterbrochen wird die Passage durch ein Felsplateau in der Mitte des Steinbruchs. Sicherungsmöglichkeit ist durch ein Stahlseil gegeben.

Im Zustieg auf Klingenberger Seite besteht eine vertikale Klettermöglichkeit. Von einem Plateau geht es durch griffigen Fels hinunter bis zur obersten Terrasse der darunter liegenden Grundstücke. Dabei überquert man den Pfad der als Normalweg anzusehen ist. Unten angekommen wendet man sich nach Norden. Nach ca. 20 m steht eine Seilsicherung für den Wiederaufstieg zur Verfügung.

Sicherheit

Der Churfrankensteig ist soweit er sich auf der alten Trasse des „Unteren Röderspfades“ befindet als leicht einzustufen, wenngleich auch hier Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sind.

 

Für den Pfad durch den Felsbereich gelten folgende Hinweise: Begehen auf eigene Gefahr , Nur für Geübte mit Klettersteigausrüstung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich, Steinschlaggefahr.

 

Hinweisschild als PDF-Datei

Daten

Steiglänge
ca. 400 m, davon ca. 70 m durch Seilsicherung,

Höhendifferenz: ca. 50 m
Höhe über NN: auf Klingenberger Seite 135 m

Länge: Unterer Röderspfad ca. 800 m

Gesamtstrecke (zwischen vg. Parkmöglichkeiten)
Erlenbach – Klingenberg ca. 2,5 km

 

 

Eröffnungsveranstaltung am 25. Juni 2008

Laien als Versuchskaninchen: Bei der Eröffnung des Churfrankensteigs am Mittwochabend konnten Ehrengäste wie Weinkönigin Verena Waigand ihr Geschick beim Klettern in der Felswand erproben. Dass zu keiner Zeit Gefahr bestand, dafür sorgten Mitglieder der Sektion Aschaffenburg des Deutschen Alpenvereins. Zuvor war die weitgehend aus einem Saumpfad und deshalb für Wanderer geeignete Route in den Klingenberger und Erlenbacher Weinbergen ihrer Bestimmung übergeben worden.

Landrat Roland Schwing begrüßte die Initiative der Weinbauvereine beider Gemeinden. Es sei »das erste, große Projekt«, nachdem der Landkreis Miltenberg seine Tourismusstrukturen neu geordnet habe, ein erstes »Produkt«, das es zu vermarkten gelte. Dass an prominenter Stelle Sport und Weinbau miteinander verknüpft würden, sei »einmalig für die Region«.

Friedrich Herkert, Initiator des Klettersteigs, hob die Bedeutung des »Weintourismus« hervor. Je vielschichtiger das Angebot sei, desto eher habe die Region Chancen, im nationalen Wettbewerb zu bestehen. Als Vorsitzender des Klingenberger Weinbauvereins bedankte er sich bei den Stadtverwaltungen, die jeweils 5000 Euro zur Verfügung gestellt hatten, sowie bei seinem Erlenbacher Winzerkollegen Reinhold Hillerich für dessen Einsatz.

Klingenbergs Bürgermeister Reinhard Simon sprach von einer für die Region »beispielhaften Kooperation« beider Städte.

Sein Erlenbacher Pendant Michael Berninger wies auf ein weiteres anstehendes Projekt zur Tourismusförderung hin: den Bau des Fahrradwegs zwischen Erlenbach und Klingenberg. Alle zwei Jahren so Berninger, sollen künftig in den Weinbergen Vorhaben zur Steigerung der Attraktivität umgesetzt werden. So sind nun zwei Verbindungstreppen geplant, um die Kletterzone besser an den fränkischen Rotweinwanderweg anzuschließen.

"Das ist nichts für Turnschuh-Touristen." Michael Berninger, Bürgermeister.

Dank stattete Berninger den beiden Weinbauvereinen ab. Über 300 Stunden ehrenamtliche Arbeit hatten deren Mitglieder geleistet, um mit dem Unteren Rötersweg einen alten Pfad wieder begehbar zu machen und den Steig anzulegen. Dabei mussten 250 Eisenstäbe verbaut, 30 Felshaken in die Wand gebohrt und 70 Meter Stahlseil verankert werden. Mit einem Kletter-Set können die beiden Felspassagen problemlos bewältigt werden. Neben Weinkönigin Verena Waigand wollte sich davon auch Bürgermeister Berninger überzeugen. Nach der Mittwochs-Kraxelei stellte er jedoch auch klar: »Das ist nichts für Turnschuh-Touristen«.

Artikel aus Main Echo vom 27.6.2008

 

 

Bericht der Stadt Klingenberg