ProZent - Das Stadtentwicklungskonzept
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Meinungsäußerungen und Stellungnahme

In der Stadtratssitzung vom 25.10.2011 wurden die Ideen aus den Workshops zur Weiterentwicklung unseres Zentrumsbereiches um die Bahnstraße  vorgestellt. Grundidee ist die Schaffung einer Stadtmitte durch einen zentralen Platz, der am Standort der jetzigen Eisdiele sein soll. Dieser Platz soll von einer neuen Gebäudegruppe umgeben sein, in der im Erdgeschoss Geschäfte und  Gastronomie untergebracht sein können. Eine der Ideen, die jetzt näher untersucht werden sollen, ist die Ansiedlung eines kleinen Hotels mit Appartements.

Auf dem untenstehenden Lageplan sehen Sie die einzelnen Bereiche, die überplant wurden:

Lageplan:

Die skizzenhafte Darstellung im 3-D-Format ist wie folgt:

Am 7. Februar 2012 wird es eine eigene Bürgerversammlung hierzu geben, um die Meinung der Bevölkerung zu hören. Sie können an dieser Stelle schon mitdiskutieren und Ihre Meinung zum Besten geben! Die endgültige Entscheidung des Stadtrates, ob dieser Entwurf die Grundlage für die weiteren Planungen sein wird, ist für den März 2012 vorgesehen.

Nach Prüfung der Beiträge werden wir die einzelnen Diskussionsbeiträge an dieser Stelle veröffentlichen. Selbstverständlich können Sie auch anonym Ihre Meinung äußern. Bereits im Voraus vielen Dank für Ihre Meinung und Ihre Mitarbeit!

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Meinungsäußerungen der Bevölkerung:
 
Jörg Ebert am 24.04.2012

Grundsätzlich möchte ich meinen Respekt für die Worte von Herr Claus Berninger vom 09.02.2012 ausdrücken. Erlenbach hat eine Agenda,  einen Stadtentwicklungsplan und andere Marketingauswüchse in eigener Sache, welche die Verantwortlichen der Stadt dann leider in keinster Weise im Sinne der Menschen umzusetzen scheinen. Oft hat man das Gefühl es handelt sich bei den Vorgaben nur um plumpen Marketingpopulismus einer Kommune im Wettbewerb mit anderen Gemeinden im direkten Umfeld.  Grundsätzlich stellt sich auch die Frage, warum eine Gesellschaft die zu 100% der Stadt gehört, also dem Bürger der Stadt Erlenbach, die Stadtbau GmbH, zwar oberflächlich marktwirtschaftlich handelt, aber tatsächlich unter dem Vorsitz des Bürgermeisters sich offensichtlich in einem sozialen Dilemma befindet. Wo liegen die Fronten, wo handelt der Bürgermeister der Stadt, welcher gewählt ist im Sinne des Wohles der Bürger, wo ist der Stadtbauvorsitzende aktiv, der ganz andere Belange beachten sollte?! Diese Personalunion erscheint mir sehr fragwürdig! Weiterhin fragt sich der Bürger, wie hier Erlenbach grundsätzlich konzeptionell vorgegangen wird. Warum spielt der Verkehr, die Verkehrsströme in der Stadtentwicklung keine Rolle. Hat das nichts mit Lebensqualität zu tun? Kann man wirklich über ein neues Gesicht der Stadt nachdenken ohne sich nicht auch mit dem Verkehr zu beschäftigen?!
Warum denkt man über Gebäude ohne Gesicht nach, in einer Dauerschleife, siehe auch den Häuserblock am ehemaligen Bahnhof. Diese städtebauliche Sünde will man nun offensichtlich spiegelverkehrt auf die andere Seite des Bahnhofplatzes projizieren. Desweitern, unabhängig zum Sinn einer „neuen“ Mitte der Stadt Erlenbach, stellt sich die Frage inwieweit sich die Städteplaner tatsächlich mit dem Umfeld in der Bahnstraße beschäftigt haben. Grundsätzlich sollte es doch planerisch eine kulturelle Achse in diesem Bereich geben, zwischen dem kulturellen Herz der Stadt, dem Kino und der Seele, der Frankenhalle. Diese Achse, dass Kino im speziellen spielt in den Planungen überhaupt keine Rolle. Somit kann man feststellen, dass hier bei der Konzeption des Stadtzentrums, wenn es denn so sein sollte, nicht wirklich die richtigen und innovativen Stadtplaner am Werke sind. Ich habe den Eindruck, dass hier wieder und wie so oft in Erlenbach geschehen, einfach Klötze mit pseudogrün auf Baulücken gestellt werden sollen. Das alles hat nicht mit Herz und Verstand und schon gar nicht mit architektonischer Kunst zu tun, sondern ist schlicht eine Modifizierung von Fehlern im Städtebau die man in Erlenbach schon über Jahrzehnte erleben durfte: siehe auch die Neubauten der Stadtbau im Erlenweg!

 
Werner Wild am 20.02.2012

Ich denke ebenfalls, das Erlenbach keine Stadt im gewohnten Sinne darstellt. Dafür sind die Gebäude und die Ladendichte doch viel zu gering. Um dies zu Verbessern, müsste man insgesamt die Dichte verbessern. Die Planung mit den Bäumen finde ich sehr gelungen, ich würde jedoch die Bepflanzung z.B. mit Bäumen wesentlich erweitern, so z.B. die gesamte Bahnhofsstraße entlang bis zur Kreuzung bei der Apotheke.Auch die wichtigen Querstraßen beim Rathaus und die gesamte Vits-Straße sollten hier eingebunden werden.Eine dahingehende Einbindung würde den Stadtkern nicht gänzlich nackt als "Neu" dastehen lassen, sondern versuchen, den Bestand drumherum besser zu integrieren. So liesse sich über die Zeit auch die anderen Straßen und Geschäfte leichter integrieren und die gänzliche Dichte zum Stadtkern herstellen.

 
Michael Nickolay am 09.02.2012

Eine echte "Stadt" wird aus Erlenbach nie werden, egal welche Bausünden die Zukunft noch hervorbringen wird. Es ist immer wieder verwunderlich, wie aus alten Fehlern nicht gelernt wird. Siehe Abriss und "Neugestaltung" des Anwesens Bahnstrasse 18 oder die unbegreifliche Verschandelung des Kriegerdenkmals mit seinem ehemals von der Bevölkerung gerne genutzten Plätzen zum Plausch. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und empfehlen das Geld für soziale und kulturelle Zwecke zu nutzen und vor allem die Belange der unmittelbar von den Plänen betroffenen Bürgern zu schützen.

 
Claus Berninger am 09.02.2012

Kaum liegen erste Entwürfe auf dem Tisch, zankt sich tout Erlenbach um die Details. Angstfrei scheint die Debatte nicht zu sein, oder wie soll man die vielen anonymen Beiträge auf der städtischen Internet-Seite interpretieren?  Ein bedrückendes und gar nicht offenes Diskussionsklima, auch auf den diversen Versammlungen, die es zu ProZent bereits gab. Eiseskälte schlägt derzeit den betroffenen Bewohnern ins Gesicht, die nach einer langen und zermürbenden Phase der Gerüchtebildung erst kürzlich erfuhren, dass sich tatsächlich die negativste Prophezeihung bewahrheitet: Sie müssen alle raus! Dass bei den knapp 50 Betroffenen auch viele Senioren über Siebzig, ja über Achtzig dabei sind, fällt unter den Tisch. Menschen, deren schlichter Wunsch es war, den Lebensabend in gewohnter Umgebung zu verbringen. Und plötzlich verändert sich deren Welt total. Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Nur in Erlenbach gilt diese Erkenntnis nicht.
Dabei steht in den Leitsätzen des Stadtentwicklungsplans folgender Satz: „Die wohnbauliche  Entwicklung findet in allen Stadtteilen unter Berücksichtigung der gewachsenen Strukturen statt. Sie zielt auf eine soziale Ausgewogenheit.“ Den Grundsatz kann man derzeit bei der ProZent-Idee nicht erkennen, denn sie zerstört zunächst einmal radikal ein ganzes Stadtviertel und das über Jahre, Jahrzehnte aufgebaute Beziehungsgeflecht ihrer Bewohner. Bewohner, die übrigens zum Brainstorming nicht eingeladen wurden – im Grunde genommen ein Geburtsfehler von ProZent.
Da haben sich Verwaltung, Stadträte und die örtliche Wirtschaft Gedanken darüber gemacht, wie es in Erlenbach weitergehen soll – über die Köpfe der Bewohner hinweg. In dieser sicher gar nicht repräsentativen Zusammensetzung der Arbeitsgruppe ging es dann lustig zur Sache bei den Themen Investitionen, Gewerbe, Architektur, Wirtschaftskraft, Stärkung des Handels. Dass dort auch Menschen leben, wurde schlichtweg übersehen.
Wären Vertreter aus dem Viertel dabei gewesen, hätten sie sicher auch die interessante Frage gestellt, warum mit ihren Mietleistungen andere Häuser der Stadtbau saniert wurden, während  ihre Wohnungen dem Verfallsprozess ausgeliefert wurden und nun ein so hoher „Sanierungsdruck“ entstanden ist, dass der Abriss unumgänglich scheint. Aus einem der Häuser bin ich vor 35 Jahren ausgezogen. Relevante Erhaltungsmaßnahmen und Modernisierungen hat es dort aber in diesen dreieinhalb Jahrzehnten keine gegeben. Nichts, nothing, nada!
Nun gut, die verfahrene Situation ist entstanden, wer daran Schuld ist und welches Kalkül dahinter steht, ist eine andere Frage. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass sich der Stadtrat besinnt und sich daran erinnert, nicht nur merkantile Interessen zu bedienen, sondern auch die Anliegen und Ängste der Bewohner ernst zu nehmen. Das ist keine Frage der politischen Färbung, sondern der Menschlichkeit und insofern sind alle Stadträte gefragt. Noch ist nichts beschlossen und noch ist Zeit. Neben den städtebaulichen Fragen muss nun dringend auch eine Antwort dafür gesucht werden, was mit den Bewohnern des vom Abriss bedrohten Viertels geschehen wird.
Da reicht es nicht, wenn die Verwaltungsspitze in Lippenbekenntnissen „alle möglichen Hilfestellungen“ anbietet, dabei aber einräumt, dass die Stadtbau derzeit überhaupt keine freien Wohnungen besitzt und aktuell auch keine Idee hat. Solche Aussagen vertiefen nur die Unsicherheit der Bewohner. Die brauchen dagegen Persönlichkeiten im Stadtrat, die sich ihrer Sache annehmen und die versuchen, einen „Plan B“ zu entwickeln, in dem die Belange der Bewohner wenigstens diskutiert werden. Da ist menschliches Engagement und Phantasie gefragt und zwar bei allen Stadträten und bei der Verwaltung, sollten genau sie doch im Idealfall für die Menschen ihrer Stadt da sein. Für alle! Nicht nur für die Gewerbetreibenden und Investoren.
Auf drei Versammlungen zum Thema war ich anwesend. Und nach wie vor warte ich bislang vergeblich auf eine Wortmeldung der gewählten Bürgervertreter, die erkennen lässt, dass sich der Redner in die verfahrene Situation der jetzigen Bewohner hinein versetzen kann.  Die wissen bislang nur, dass sie aus ihren Wohnungen rausgeworfen werden und wenig dagegen tun können. Sie wissen aber nicht wann und viele wissen auch nicht wohin.
Da Städteplanung soundso nicht von Heute auf Morgen geht, wäre Erlenbach gut beraten, sich auf der nächsten Ratsversammlung nicht sofort in Aktionismus zu stürzen, sondern noch ein Moratorium einzulegen, und die vergessene Frage nach den jetzigen Bewohnern zu beraten. Eine Idee könnte beispielsweise ein Stufenplan sein, wonach nicht alles sofort plattgemacht, sondern der neue Stadtkern Stück für Stück entwickelt wird, um dabei in der ersten Phase auch sofort (altengerechten) Wohnraum entstehen zu lassen. Dann hätten die Bewohner auch eine Chance, in ihrem gewachsenen Umfeld zu bleiben und damit auch wieder eine Perspektive.

 
Stellungnahme zu den Meinungsäußerungen in der Bürgerversammlung (Stand: 09.02.2012)
 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 
dreimal wurde bisher der Konzeptentwurf ProZent öffentlich vorgestellt und diskutiert (Stadtratssitzung Oktober 2011, Allgemeine Bürgerversammlung Ende November 2011 und spezielle themenbezogene Bürgerversammlung am 7. Februar 2012). Zudem wurde im Dezember 2011 ein Internetforum auf der städtischen Homepage angeboten, in dem Sie sich zu Wort melden konnten. Alle Termine dienten dem Zweck, Ihre Vorschläge und Ideen zu hören, bzw. Ihnen Informationen an die Hand zu geben. Die Beiträge im Internet und vor allem in der letzten Bürgerversammlung haben verdeutlicht, dass es noch viele Fragen in der Bevölkerung gibt, die wir an dieser Stelle gerne beantworten möchten. 

Wir werden  hierbei versuchen, offene Sachfragen  zu beantworten.  Die einzelnen eingebrachten Vorschläge und Ideen  werden wir aber an dieser Stelle nicht kommentieren, sondern  sie werden in die weitere Diskussion der  Gremien einfließen.  Auch werden wir nicht auf pauschale Vorwürfe, Unterstellungen  oder persönliche Angriffe eingehen, da solche Äußerungen einer sachlichen Diskussion nicht förderlich sind. Der Hinweis sei aber erlaubt, dass es gerade die Aufgabe von Bürgermeister, Stadtrat und Stadtverwaltung ist „ was nicht passt, passend zu machen“ (wie es eine kritische Stimme im Internet anmerkt). Zu den Fragen:  

Muss das Projekt überhaupt durchgeführt werden?

Die Beantwortung dieser Frage wird am Schluss des ganzen Vorberatungsbeschlusses stehen. Die Ausgangslage haben wir  bereits im vorletzten Amtsblatt ausführlich beschrieben:  Im vorgesehenen Projektbereich sind bis auf ein Gebäudeteil, alle Häuser im Besitz der StadtBAU GmbH, einer 100%-igen Tochtergesellschaft der Stadt Erlenbach. Alle Gebäude sind stark sanierungsbedürftig. Die Ersteinschätzung des notwendigen Aufwandes beträgt rund 3,5 Mio. Euro. Der zweite Grund: Wie bekannt soll auf dem Gelände des TV Erlenbach eine neue Einzelhandelsansiedlung erfolgen. Dies wird vom Stadtrat befürwortet, um Erlenbach nicht von der Einzelhandelsentwicklung der umliegenden Ortschaften abzukoppeln. Nur wenn wir solche Entwicklungen zulassen besteht die Chance, dass man „nicht für jede Glühlampe in die Nachbarorte fahren muss“ (wie man des Öfteren zu hören bekommt). Parallel hierzu hat der Stadtrat beschlossen,  die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel im Bereich um die Bahnstraße zu verbessern. und hierzu eine Projektgruppe beauftragt, Ideen und Vorschläge zu entwickeln. 
Die Beschäftigung mit dem Thema ProZent ist  aus beiden  Gründen geboten und unvermeidlich, eine  Entscheidung allerdings noch nicht gefallen.  

Brauchen wir ein Zentrum?

Gerade aus der Bevölkerung war und ist immer wieder zu hören, dass Erlenbach kein städtebauliches Zentrum habe. Als Zentrumsbereich wird immer „der Bereich um die Bahnstraße“ tituliert, ein echter Mittelpunkt wird aber vergeblich gesucht (auch von auswärtigen Besuchern).  Nunmehr steht der Stadtrat vor der Entscheidung, geschätzte 3,5 Mio. Euro in die Sanierung der städtischen Häuser im Zentrumsbereich zu investieren. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die vorhandene Bausubstanz, der Wohnungszuschnitt und die hohen energetisch gesetzlichen Vorgaben auch bei erheblicher Investition nur zu einem unzureichenden Ergebnis führen. Es ist deshalb ein Gebot der Vernunft, vor einer solchen Entscheidung die Frage zu stellen: Macht die Sanierung von Wohnungen im Erdgeschoss/1. Obergeschoss  zentral liegender Gebäude noch Sinn, oder soll man nicht die Gelegenheit nutzen, die oft gewünschten städtebaulichen Veränderungen anzupacken? Jetzt würde sich die Gelegenheit bieten, denn durch die Eigentumsverhältnisse ist der Stadtrat in der Lage, gestalterische Veränderungen einzuleiten. Die Umsetzung der Sanierung würde sicherlich einige Jahre in Anspruch nehmen; eine Sanierung der Gebäude bedeutet allerdings, dass über die nächsten Jahrzehnte die jetzige Gebäudeanordnung erhalten und eine städtebauliche Veränderung über Jahrzehnte ausgeschlossen bleibt. Hier muss der Stadtrat über die einmalige Gelegenheit städtebaulicher Veränderungen im Zentrum entscheiden.

Können wir uns das Ganze leisten und was kostet es?

Vom Grundsatz ist beabsichtigt, den Großteil der baulichen Investitionen über Investoren abdecken zu lassen. Ein Teil der  vor allem in den Obergeschossen neu entstehenden Wohnungen würde von der  StadtBAU GmbH gebaut, bzw. übernommen werden. Hierfür würde mindestens  der gleiche Investitionsbetrag  vorgesehen,  der auch bei einer eventuellen Sanierung anfallen würde (ca. 3,5 Mio. Euro).  In beiden Fällen wäre ein Großteil über Fremdkapital zu finanzieren. Die Stadt selbst müsste für den Bau des zentralen Stadtplatzes aufkommen. Eine genaue Kostenberechnung kann erst erfolgen, wenn die Grundsatzentscheidungen getroffen sind. Städtebauliche Investitionen kosten immer Geld, wirken allerdings über Jahrzehnte nach. Hier muss letztlich der Stadtrat entscheiden, ob er diese langfristige Investitionsentscheidung treffen möchte und  darin  Chancen für die Stadtentwicklung sieht, die heute nicht auf Heller und Pfennig zu berechnen sind.  Auch bei der Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten muss immer die Stadt in Vorleistung gehen!  

Warum wurden die betroffenen Gebäude  nicht eher saniert?

Der Aufsichtsrat der StadtBAU GmbH sah sich vor rund 15 Jahren vor folgendes Problem  gestellt:  Die StadtBAU GmbH schrieb jedes Jahr Verluste, weil die Mieteinnahmen die Kosten nicht abdeckten. Gleichzeitig war im Prinzip der gesamte Wohnungsbestand sanierungsbedürftig. Wie also  wirtschaftlich arbeiten und gleichzeitig alle Wohnungen sanieren? Beides zusammen war nicht möglich, weshalb nach vielen Beratungen ein Sanierungskonzept aufgestellt wurde, das in den Folgejahren  Schritt für Schritt abgearbeitet wurde: Aus sanierungsbedürftigem Wohnbestand wurden moderne Wohneinheiten,  Verkaufserlöse und  höhere  Durchschnittsmieten führten zu höherer Liquidität der StadtBAU GmbH die jeweils zur Sanierung der nächsten Gebäude eingesetzt wurde.  Inzwischen wurden folgende Gebäude saniert, verkauft oder neu gebaut: Krankenhausstraße 14-20, Berlinerstraße 22, fünf  Gebäude im Erlenweg, zwei Gebäude im Adalbert-Hain-Weg sowie die Objekte Hauptstraße 1 und 3. Dies war ein Kraftakt über 10 Jahre, mehr war nicht leistbar gewesen. Jetzt stehen  im Zentrum  die nächsten Schritte an.  

Wie geht die Stadt mit den heutigen  Bewohnern um?

Viele der Bewohner wohnen seit vielen Jahrzehnten, zum Teil von Anfang an in diesen betroffenen Häusern.  Gerne würden wir Ihnen in gewohnter Umgebung einen ungestörten Ruhestand ermöglichen. Wir sind uns unserer Verantwortung Ihnen gegenüber sehr wohl bewusst und  werden  versuchen, jedem der weiterhin „bei der Stadt“ wohnen möchte,  dies auch in Zukunft entweder  in den neugebauten oder in den  sanierten Wohnungen zu ermöglichen.  Allerdings  wird aber nicht nur bei Realisierung von ProZent, sondern  wahrscheinlich auch im Falle der  Kernsanierungen der alten Gebäude ein Umzug  notwendig sein.  Die Stadt steht zu ihrer Aussage, für jeden Bewohner eine Lösung finden zu wollen. Entsprechende Gespräche wurden zum Teil schon geführt oder werden noch geführt werden. 

In welchem Zeitraum würde ProZent umgesetzt werden?

Ein Zeitplan kann erst erarbeitet werden, wenn der Stadtrat grundsätzlich beschlossen hat, das Projekt ProZent in Angriff zu nehmen. Die dann notwendigen weiteren Untersuchungen (Investorengespräche, Umsetzungsplanung, usw.) erfordern aber noch erheblichen Zeitbedarf. Es ist deshalb eher unwahrscheinlich, dass   es in den nächsten beiden Jahren zu baulichen Veränderungen kommen wird. Genauere Zeitangaben sind bis dato aber nicht möglich. Sollte sich der Stadtrat für eine Sanierung der Häuser entscheiden, muss auch erst ein Sanierungskonzept ausgearbeitet werden, das in der Folge Schritt für Schritt umgesetzt werden kann. Auch hier ist noch ein erheblicher Zeitbedarf notwendig.

Kann man mit dem Geld nichts Sinnvolleres anfangen?

Grundsätzlich handelt es sich um keine Entscheidung „Entweder- Oder“, vor allem die Bereiche Kultur, Soziales, Betreuung, usw. stehen nicht zur Disposition. Im Gegenteil: Gerade in diese Bereich hat die Stadt in den letzten Jahres sehr viel Geld investiert, der Neubau von Kindergarten, Kinderkrippe, Mensa an der Barbarossa-Schule und Kinderhort an der Grundschule seien hier nur beispielhaft erwähnt.  Altstadtfest, Barbarossa-Spectaculum, 750 Jahre Weinbau zeigen als Großveranstaltungen, dass die Stadt hier nicht nur viel Geld, sondern auch Arbeitskraft investiert, die Frankenhalle ist regelmäßig ausgelastet. Auch in unseren Pflichtbereich Kanal/Wasser/Straßenbau investieren wir nach einem abgestimmten Sanierungsplan.  Für den angesprochenen Radweg nach Klingenberg sind bereits die Anträge gestellt, allerdings befinden wir uns im Vorfeld des Maines, was zu erheblichen und zeitraubenden naturschutzrechtlichen Prüfungen führt.  Die  angesprochene Sanierung des Spallgeländes wäre wünschenswert, ist aber keine Aufgabe der Stadt Erlenbach, sondern des Insolvenzverwalters, des Landratsamtes und des Landesamtes für Umweltschutz.

Brauchen wir noch einen Betonklotz?

Das von uns beauftragte Büro hat einen Entwurf gefertigt, der skizzenhaft eine städtebauliche Entwicklungsmöglichkeit aufzeigt. Alle dargestellten Gebäude dienen dabei nur  als „Platzhalter“  für künftige Gebäudekörper. Insgesamt soll durch das 3D-Modell ein räumlicher Eindruck entstehen. Wie diese Gebäude später einmal architektonisch gestaltet werden, ist vollkommen offen.

Macht ein Hotel Sinn?

Die Idee „Hotel“ wurde im Rahmen des Workshops vorgetragen und vom in der Sitzung  anwesenden ortsansässigen Hotelgewerbe unterstützt. Es wurde hierzu eine Wirtschaftlichkeitsstudie vorgelegt, die einen Hotelbetrieb unter bestimmten Voraussetzungen  als möglich erachtet. Ob ein Betreiber für ein solches Vorhaben gefunden werden kann, hängt von den anstehenden Grundsatzentscheidungen des Stadtrates ab.

Wir haben sowieso großen Leerstand in den Ladenlokalen!

Das beauftragte Gutachten zeigt, dass der Ladenleerstand in Erlenbach eher unterdurchschnittlich ist. Ein genauer Blick in die Bahnstraße bestätigt dies.  „Prominente“ Leerstands-Objekte  hängen mit aktuellen Eigentümerentwicklungen zusammen und werden sich demnächst erledigen. Generell haben wir eher das Problem, dass die Stadt bei  Nachfragen nach Ladenlokalen kein Angebot unterbreiten kann, da es eben nur wenig Leerstände gibt.

Wie geht es weiter?

Die Fraktionen haben nun die Aufgabe, die geäußerten Vorschläge und Kritiken intern zu diskutieren und sich eine Meinung zu bilden. Voraussichtlich im April wird das Thema ProZent dann wieder auf der Tagesordnung des Stadtrates stehen, um eine Grundsatzentscheidung herbei zu führen.  Hierbei werden alle Vorschläge aus den Bürgerversammlungen und Internetforen mitdiskutiert werden.

Wir hoffen mit diesem Beitrag für einige Fragen Antworten gegeben zu haben, die Ihnen eine positive Begleitung des Prozesses ermöglicht. Nach wie vor sind wir für Ihre Anregungen und konstruktive Vorschläge offen und werden diese, soweit möglich, in dem Entscheidungsprozess berücksichtigen.

 

Herr/Frau Höck am 08.02.2012

Ein so protziges und womöglich überteuertes Städtebauprojekt wie dieses ist das letzte, was Erlenbach braucht. Sanieren der gewachsenen Bausubstanz sollte vor dem flächenhaften Abriss  den Vorrang haben. Wir brauchen keinen Rathausplatz, leere Plätze gibt es zur Genüge in Erlenbach. Es wäre sinnvoller, endlich das Spallgelände zu sanieren oder den längst überfälligen Radweg nach Klingenberg zu bauen.

 
Anonym am 07.02.2012

Ich finde die Idee mit einem Stadtpark nicht schlecht, doch sehe ich für diesen in der Zukunft keine große Überlebenschancen, da es Leute gibt, die denken sie müssten randalieren (siehe Bahnhof). Für die Bahnfahrer die jeden Tag längere Zeit auf ihren Zug warten müssen, besonders jetzt da es draußen kalt ist, fände ich es gut in der Nähe des Bahnhofes ein Kaffee zu errichten um die Wartezeit zu verkürzen. Meistens lohnt es sich kaum zu den einzelnen Bäckereien zu laufen, denn wenn man dort ankommt fährt auch bald der Zug ab. Ich kann mir es auch gut vorstellen wenn das Kaffee angrenzend am Stadtpark ist und man unter einem schattigen Baum sich erholen kann. Es ist sehr schade, das in Erlenbach so viele Geschäfte leer stehen. Aber ich glaube, dass es daran liegt das diese Geschäfte nicht attraktiv genug waren. Vielleicht könnte man durch ein paar Bekleidungsgeschäfte Abhilfe schaffen, denn wer fährt dann noch nach Miltenberg oder Aschaffenburg wenn er hier die Möglichkeit hat sich neu einzukleiden.

 
Dieter Lebert am 07.02.2012

Nach dem Motto "Lieber spät als nie" stehe ich sehr positiv diesem Projekt gegenüber. Zwar bin ich der Meinung, dass diese Umbauplanung einige Jahre zu spät kommt und viel (Sünden) innerhalb der Bahnstraße gemacht wurden, aber wenn durch dieses Projekt  eine Regulierung rasch gemacht wird - ohne noch mehr Spielhallen oder Spielotheken - könnte man dem Namen "Stadt Erlenbach" wieder gerecht werden.

 
Anonym am 02.02.2012

Erlenbach ist zwar die größte Stadt im Landkreis Miltenberg, doch fehlt sehr viel, was man mit einer "Stadt" in Verbindung bringt. Betrachtet man nur die Bahnstraße als städtisches Zentrum mit ihren Geschäften, dann kann doch ein Nachdenken über die Zukunft nicht verkehrt sein. Nur mit Attraktivität kann man weiter kommen und eine Überlegung, was man aus dem betroffenen Gebiet machen kann, ist doch erlaubt. Sicher gäbe es von einem anderen Städteplaner auch andere Vorschläge, was um die Eisdiele herum in den nächsten 10 - 20 Jahren passieren könnte.

 
Günter Pfirrmann am 29.01.2012

Ich kann mich nur den vorherigen Meinungen anschließen. Für was benötigen wir so ein "Michael Berninger Gedächtnis" Projekt? Muss denn immer ein Bürgermeister sich mit solch unsinnigen Projekten verewiglichen oder haben wir soviel Geld im Stadtsäckel, das ihr das mit vollen Händen rauswerfen müsst? Gibt es da nichts Sinnvolleres?
Investitionen in sozialen Dingen - Schulen, Kindergärten (Ganztagsbetreuung), Altenbetreuung und vieles mehr wären sicherlich angebrachter.

 
Anonym am 10.01.2012

Da viele Kritikpunkte bereits erwähnt wurden (wie z.B. dass Erlenbach keinen weiteren Betonklotz braucht) möchte ich noch hinterfragen, ob ein Hotel überhaupt Sinn macht. Wieviele Anfragen von Touristen gibt es denn für Übernachtungen? Gibt es nicht genügend Kapazitäten in den 3 Hotels in Erlenbach - Fränkische Weinstuben, City Hotel Balonier und dem Tannenhof?
Sollten die derzeitigen Wohngebäude tatsächlich abgerissen werden, wäre meiner Meinung nach einen kleinen "Central Park", angrenzend an den Stadtplatz, eine gute Sache. Dies würde die Stadtansicht sicher optisch auflockern (ein hohes Gebäude würde optisch eher "drücken"), für wartende Bahnfahrer, für Jung und Alt oder auch für Radfahrer, die den Radweg durch Erlenbach nutzen wäre die Anlage ein netter, zentraler Aufenthaltsort.
Vielleicht könnte man für diesen eine Bezeichnung finden, ähnlich wie St. Maurice Platz. Schweizer Platz oder ähnlich, gemäß unserer zweiten Partnerstadt Erlenbach am Zürichsee.

 
Anmerkung der Stadtverwaltung:

Vielen Dank für die bisherigen Hinweise. Es wäre schön, wenn Sie Ihren Namen und Ihre Email-Adresse angeben, damit wir direkt mit Ihnen in Kontakt treten können. Herzlichen Dank!

 
Anonym am 07.01.2012:

Ersten: Betrachtet man die leer stehenden Ladenlokale im Bereich der Bahnstraße/Bahnhofsplatz, drängt sich mir die Frage auf: Bringt die Errichtung eines solchen "Regierungsviertels" eine Verbesserung des Geschäftsklimas sowie eine höhere Attraktivität für Bürger? Zweitens: Betrachtet man das Gesamtbild des geplanten "Zentrums": Auf der einen Seite moderne, kalte Betongebäude, auf der anderen Seite alte Bausubstanz. Jetzt schon sichtbar am Bahnhofsgebäude. Zukunft und Moderne sollte nicht immer mit großen, massigen Betongebäuden gleichsetzt werden. Persönliche Wertung: Das Konzept im Gesamtkontext ist nicht wirklich schlüssig. Man sollte eher versuchen das Zentrum mit Leben zufüllen. Der geplante Stadtplatz ist hier schon ein guter Ansatz. Dies ist nur eine Betrachtung des zu diskutierenden Projektplans, ohne zu berücksichtigen, wofür, das Geld sonst noch genutzt werden könnte. Fazit: Es ist Mode, dass sich Stadträte und Bürgermeister Denkmale setzen. Da darf Erlenbach natürlich keine Ausnahme sein. Wie man weiß werden Bürger zwar befragt, aber nichts geändert, auch wenn beim Neujahrsempfang etwas anderes suggeriert wurde. P.S. Sie können mich gern als Wutbürger bezeichnen!

 
Anonym am 31.12.2011:

Getreu dem Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht" unternehmen die Stadtverantwortlichen um Bürgermeister Berninger einmal mehr den krampfhaften Versuch, Erlenbach städtebaulich aufzuwerten bzw. ein mondänes Antlitz zu verleihen. Als Beispiele für deren Hang zu Protzigkeit und unnützen Prestigeprojekten fallen mir in diesem Zusammenhang spontan die beiden ästhetisch mindestens fragwürdigen "Stadt Erlenbach"-Mauern an den Ortseingängen sowie der als "Unterbodenwaschanlage" verspottete Brunnen vor dem Rathaus ein - Baumaßnahmen, die nicht nur aufgrund der immensen Kosten bei einem Großteil der Stadtbevölkerung Unverständnis hervorriefen. Um dies beim neuerlichen ProZent-Projekt zu vermeiden, täten die Entscheidungsträger gut daran, die Verhältnismäßigkeit von Kosten und tatsächlichem Nutzen, den ich für gering halte, zu berücksichtigen, der Selbstdarstellung endlich zu entsagen und sich auf Grundlegendes wie Soziales, Straßenbau, Bildungsangebote, Stärkung des Wirtschaftsstandorts etc. rückzubesinnen. Daher lautet mein Credo: Erst die Pflichtaufgaben, dann die Kür!

 
Anonym am 29.12.2011:

Erlenbach zeigt sich aufgrund jahrzehntelanger Fehlplanung – weil stets ohne Gesamtkonzept – zerrissen und ohne nennenswertes Zentrum. Dies wird sich auch durch die vorgestellte Planung nicht ändern. Erlenbach hat keine schlechte Infrastruktur, nur ein „Herz“ hat es nicht. Unstrittig ist, dass für die Bewohner einiges geboten wird (Schwimmbad, Musikschule, Kino, Schulen, Krankenhaus, Ärzte, usw.) und das sollte so bleiben. Ich frage mich daher, ob es nicht Sinn macht die bisherige „verkorkste“ Stadtplanung zu akzeptieren und das Geld für notwendigere Dinge als den Versuch einer Reparatur des Stadtzentrums zu investieren. Und wenn dann noch Gelder übrig sein sollten - ein wenig mehr Kultur wäre z.B. toll.

 
Anonym am 27.12.2011:

Die krampfhaften Versuche, Erlenbach zu einer Stadt umzufunktionieren sollten doch endlich beendet werden. Erlenbach sollte zu dem stehen, was es noch ist. Wenn wir das Bestehende erhalten können, haben wir doch eine Stadt, in der es sich gut leben lässt. Wir haben hier durch das Krankenhaus, Schulen,  Gymnasium, Kindergärten, Schwimmbad sowie eine gute ärztliche Versorgung auch noch die Möglichkeit ausreichend einzukaufen. Nicht zuletzt haben wir auch noch Gaststätten und Häckerwirtschaften sowie die Frankenhalle für kulturelle Veranstaltungen. Wenn die finanzielle Situation sich bessert, wäre immer noch Zeit für Zukunftspläne.

 
Anonym am 23.12.2011:
Im Englischen würde man sagen "nice to have". Nette Sache, wenn man überschüssiges Geld hat und dies nicht auf dem Konto liegen lassen möchte. Aber in der heutigen Situation ist dies falsch investiert (hier gibt es Wichtigeres!), und außerdem bin ich der Meinung, dass eine Aufwertung des Innenstadtbereiches auch anders erfolgen kann als durch bauliche Maßnahmen in dieser Größenordnung. Einige Bäume mehr, etwas mehr Verkehrsberuhigung da, Sitzmöglichkeiten in größerer Menge (z.B. am Brunnen), und für mich am wichtigsten: mehr Veranstaltungen im öffentlichen Raum Bahnstraße (wie z.B. der Riesenadventskalender). Dies wird mehr Leben schaffen, und als Folge auch interessierte Geschäftsleute anziehen.
 
Anonym am 22.12.2011:
Meiner Meinung nach hat dieses Konzept nur dann eine Chance ein Zentrum in Erlenbach zu schaffen, wenn die Bahnstraße zur Fußgängerzone wird! Nur wenn wirklich keine Autos mehr durch die Bahnstraße fahren, ist der geplante Stadtplatz auch attraktiv zum verweilen. Ich sehe im Übrigen auch überhaupt kein Problem für die Geschäfte in der Bahnstraße. Wer dort einkaufen möchte tut das auch wenn er nicht mit dem Auto bis direkt vor die Haustür fahren kann, alle anderen kaufen sowieso schon woanders ein.
 
Anonym am 22.12.2011:
Hat die Stadt das Geld dafür? Sind alle Rohrleitungen erneuert? Schulen, Kindergärten erneuert. Wird für Senioren genug getan? Ist ein Seniorenheim in Planung? Ich glaube nicht das wir uns das leisten können und wir sollten davon Abstand nehmen! So denkt auch unser Bekanntenkreis!