Pflanzbeginn im Premium-Weinberg

Am Montag, 5. Mai 2014 fand der Pflanzbeginn im Premium-Weinberg statt.

Seit einigen Jahren bemüht sich die Stadt Erlenbach a. Main intensiv um den Erhalt der Kulturlandschaft und der Buntsandsteinsteillagen am Erlenbacher Hohberg. Durch viele einzelne Maßnahmen wurde die touristische Attraktivität der Weinbergswege erhöht und die Naherholungsmöglichkeiten auch für die einheimische Bevölkerung enorm gesteigert. So wurden beispielsweise im Jahr 2011 im Rahmen von 750 Jahre Weinbau Kunstprojekte installiert. 2012 wurde der Churfranken-Kräutergarten auf einer alten aufgelassenen Weinbergsfläche eingeweiht und im letzten Jahr das Picknickareal mit Sonnenliegen errichtet.
Erstes Ziel ist aber, die einzigartige Kulturlandschaft und die Buntsandsteinsteillagen nachhaltig zu sichern und Erlenbach weiter als Weinstadt zu etablieren. Nach Gesprächen mit den Winzern wurde das Projekt des Premium-Spätburgunder-Weinberges am Erlenbacher Hochberg ins Leben gerufen. Alte, aufgelassene und verwilderte Weinbergsflächen, die im Eigentum der Stadt Erlenbach stehen, sollen wieder in die Bewirtschaftung gebracht werden. Das dazu entwickelte Konzept sah vor, dass ein langfristiger Pachtvertrag mit einem Erlenbacher Winzer abgeschlossen wird. Der auf der Pachtfläche erzeugte Wein muss vorgegebene Qualitätskriterien erfüllen. Ein aufwändiges Bewerbungsverfahren brachte Ende 2012 die Entscheidung, dass die Jungwinzerin Verena Waigand mit Unterstützung des elterlichen Weingutes den Premium-Weinberg anlegen und ausbauen soll. 

 

Premium-Weinberg 

Im Vordergrund von links nach rechts: Erlenbacher Wengertschütz Erich Becker, Erlenbacher Weinprinzessin Leonie Breunig, Bürgermeister Michael Berninger, Jungwinzerin Verena Waigand

 

Nachdem sich gleich mehrere Erlenbacher Winzer für das Projekt interessierten, wurde eine weitere, ebenfalls im städtischen Besitz befindliche Fläche langfristig an den Mechenharder Winzer Dieter Zöller verpachtet. Auf dieser Fläche wird ein Stadtrats-Weinberg angelegt.
Vor ca. 15 Jahren wurden die damaligen Rebstöcke auf den städtischen Flächen gerodet und der Weinberg wurde der Natur überlassen. Das Stück Weinberg lebte auf seine eigene Art und Weise mit vielen Dornen und Unkrautarten. Die Weinbergsmauern verfielen, so dass eine sofortige Weinbergswiederanlage nicht möglich war.
Im Laufe des letzten Jahres 2013 wurden aufgrund der Konzeptidee die verfallenen Mauern in Angriff genommen und der Weinberg wurde nun Stück für Stück wieder hergestellt. Stein um Stein, Mauermeter um Mauermeter … Schon nach kurzer Zeit waren über dem Churfranken-Kräutergarten und unterhalb der Picknickplattform neue Weinbergsmauern zu erkennen, die in mühseliger Handarbeit wieder aufgebaut wurden. Auch auf der nahegelegenen, ebenfalls städtischen Weinbergsfläche, die zukünftig von Dieter Zöller bewirtschaftet wird, wurde die Sanierung sichtbar.
Insgesamt wurden auf Veranlassung der Stadt Erlenbach auf zwei Weinbergsgrundstücken ca. 800 Quadratmeter Trockenmauer saniert. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft mit den Buntsandsteinterrassen. Die Maßnahme wurde mit Mitteln vom Amt für Ländliche Entwicklung finanziell gefördert. Die restlichen Kosten dafür übernahm die Stadt Erlenbach.
Bis auf den sanierten Weinbergsmauern die Pflanzung der Rebstöcke möglich war, hatte beiden Winzer, die die Flächen angepachtet haben, noch sehr viel Hand- und Muskelarbeit vor sich. Das Wurzelwerk, die vielen Unkräuter und Gräser mussten entfernt werden. Der Buntsandstein-Boden musste mit Manneskraft umgegraben werden.
Die Weinbergsterrassen sind nun umgeschoren und das unnötige Unkraut wurde entfernt. Jetzt zeigt sich der Weinberg in seinem vollen Glanz und in seiner ca. 70%igen Steile. Keine Terrasse ist wie die andere. Die eine Terrasse misst 3 Meter in der Breite die andere nur 1,80 Meter bis 2 Meter. So ist jedes „Gewänn“ als Individuum zu betrachten und hat seine Tücken. In den letzten Tagen wurden von Verena Waigand und ihrer Familie die Pflanzung der Spätburgunder Reben vorbereitet und die Pflanzstäbe ausgebracht. Die Pflanzstäbe zeigen beim Setzen der Reben den genauen Pflanzabstand zur Mauer und zu den einzelnen Weinstöcken auf. Dies erfolgte mit einer Schnur und einem Maßstab, so dass die Krümmung des Berges genau berücksichtigt werden konnte.
Das derzeitige Wetter ist optimal, um Anfang Mai die Spätburgunder-Pflanzen dem Weinberg zu übergeben. Die Pflanzung erfolgte durch die „Gute Laune Winzer“ der Lebenshilfe Werkstätten e.V. aus Großheubach. Nach ca. drei Jahren ist mit der ersten Ernte zu rechnen.